Porträt Pirna

Porträt – Pirna in Dresden – Die schönste Stadt der Sächsischen Schweiz

Sie werden sich verlieben, wenn sie nicht schon jetzt von der Schönen schwärmen. Pirna heißt sie, eine echte Perle. Klein, aber fein. Und vor allem führen alle Wege zu ihr.

Pirna im Morgennebel, Foto: Michael Geisler/flickr

Pirna im Morgennebel, Foto: Michael Geisler/flickr


So komme ich hin

Die Stadt liegt an der Elbe, hier halten die Dampfer. Hier verlässt die Elbe das steilwandige, in Sandsteinschichten gegrabene Erosionstal und tritt hinter der Stadt in die weite Auenflusslandschaft des Dresdner Elbkessels ein. Die Schiffstour aus Dresden nach Pirna, vorbei an Schloss Pillnitz, gehört zu den romantischsten Flussfahrten Deutschlands.

Wer es schneller mag, der fährt mit der S-Bahn oder dem Auto die Bundesstraße oder die Autobahn entlang. Wer kräftig durchatmen möchte, der kommt mit dem Rad über den Elberadweg, der bereits mehrfach zum schönsten Europas gekürt wurde. Sogar Flugzeuge landen auf den Elbwiesen. Kaum eine andere Stadt lässt sich so gut erreichen.

Und wenn sie erreicht ist, dann werden sie sie erobern und ihr auf ewig treu bleiben. Denn Pirna überrascht mit immer neuen Entdeckungen.


Das kann ich sehen

Das Rathaus, Foto: Jan Sokol/wikimedia

Das Rathaus, Foto: Jan Sokol/wikimedia

Einkaufen und Essen gehen…

…ist hier genial einfach. Die schmalen Gassen laden zum Schlendern ein. Wunderbare Restaurants und Kneipen verführen zur Einkehr. Und noch einer der größten Vorzzüge: Hier können Pirnaer und Gäste unbeschwert einkaufen. Die Innenstadt bietet mit seinen autofreien Straßen das, was in Großstädte erst als Einkaufszentrum gebaut werden muss. Pirna bietet diesen Vorteil scheinbar von Natur aus.

Die innere Altstadt…

…ist ein Schmuckkästchen, das größte der Welt: 600 Meter lang und 400 Meter breit, blieb bis heute fast unverändert erhalten. Ein Haus bezaubernder als das andere. Die berühmtesten Baumeister des Landes verwirklichten hier ihre Träume.

Das Rathaus…

…steht auf dem er Marktplatz, der genau im Zentrum liegt. Das Rathaus vereint Stilelemente aus fünf Jahrhunderten. Sein Kern ist ein langgestreckter rechteckiger Bau. Das spätgotische Flair findet sich noch im Südtrakt und an den Portalen, die nach 1476 an den als Ratstrinkstube errichteten Ostflügel versetzt wurden. Nach dem großen Stadtbrand von 1581 entstand die reich ornamentierte Westfassade, die leider später wieder abgetragen wurde. Aber vieles erinnert an diese faszinierende Vergangenheit.

Die Marienkirche, Foto: Jan Sokol/wikimedia

Die Marienkirche, Foto: Jan Sokol/wikimedia

Die Marienkirche…

…ist der höchste Bau über dem leicht ansteigendem Marktplatz. Die St. Marien ist eine dreischiffige Hallenkriche mit nur angedeutetem Chor. Der 25 Meter breite und knapp doppelt so lange Baukörper gliedert sich in sieben Joche. Durch die außergewöhnliche Schlankheit der sechzehn achteckigen, gekehlten Pfeiler ergeben sich weite, freie Räume, die Halle wirkt dadurch noch größer. Hier finden sich ein Sandsteinaltarwerk mit Elementen aus dem 16. und 17. Jahrhundert, Gewölbemalereien aus den Jahren 1544/46.

Das Peter-Ulrich-Haus, …

…in dem heute das Tom Pauls Theater residiert, war das Wohnhaus Peter Ulrichs, jenes Baumeisters, der die Marien-Kirche entwarf und bauen ließ. Tom Pauls rettete das älteste Baumeisterhaus Deutschlands, denn es war in den vergangenen Jahren leider dem Verfall preisgegeben.

Das Canaletto-Haus, …

…erstmals urkundlich erwähnt 1410, steht am Eingang zur Schlossstraße. Den Spitzgiebel des Gebäudes hielt Mitte des 18. Jahr­hunderts der Maler Canaletto mehrfach fest.

Schloss Sonnenstein, Foto: Norbert Kaiser/wikimedia

Schloss Sonnenstein, Foto: Norbert Kaiser/wikimedia

Schloss Sonnenstein…

…thront hoch über der Stadt, es ist eine teilweise erhaltene Burg-Festung im Pirnaer Stadtteil Sonnenstein mit historisch großangelegten Anlagen. Erstmals 1269 genannt, sicherte die oberhalb der Altstadt gelegene Festung die Wege von Stolpen nach Prag und vom Königstein nach Meißen. Hier lebten Markgrafen, Kommandanten und Soldaten, hier befand sich eine Heilanstalt, eine NS-Tötungsanstalt, eine Schule, ein Flüchtlingslager, eine Fabrik, ein Rehabilitationszentrum, eine Gedenkstätte. Heute residiert hier ein Gericht und zurzeit werden große Teile der Gebäude als Sitz des Landratsamtes Sächsische Schweiz Weißeritzkreis umgebaut.

Die Geschichte der Besiedlung…

…beginnt schon nach der letzten Eiszeit. Die klimatisch günstige Lage des Elbtals und der nährreiche Boden zog Menschen an. Hier lebt es sich angenehm. Das Gebiet war 1142 durch den deutschen Kaiser Konrad III. der Mark Meißen zugesprochen worden. Die Siedlung unter der älteren Burg auf dem Sonnenstein hatte 1239 von Markgraf Heinrich dem Erlauchten das Stadtrecht erhalten, und gehörte im ganzen 14. Jahr­hundert zu Böhmen. 1405 kaufte Markgraf Wilhelm Stadt und Burg wieder zurück.

Blick auf den Lilienstein und die Sächsische Schweiz über die Felsen der Bastei, Foto: Jörg Hempel/wikimedia

Bick auf den Lilienstein und die Sächsische Schweiz über die Felsen der Bastei, Foto: Jörg Hempel/wikimedia

Die Umgebung der Stadt…

…lockt Touristen aus aller Welt, ganz in der Nähe liegt der Park Großsedlitz, einst angelegt von August dem Starken als Höhenschloss. Ebenfalls nur wenige Kilometer entfernt steigen die Sandsteinfelsen der Sächsischen Schweiz aus dem Boden, die Kurorte Wehlen und Rathen, die Festung Königstein sind in wenigen Minuten zu erreichen.