Das Sächsische Wort des Jahres

Das Sächsische Wort des Jahres

Seit dem Jahr 2008 vergibt die Ilse-Bähnert-Stiftung das Sächsische Wort des Jahres. Sinn der Aktion: Aussterbende sächsische Wörter sollen gerettet werden, die Sprache der Sachsen wird gepflegt und gehegt, ihr Wohlklang in das Bewusstsein gebracht und die Mundart als wichtiger Teil der deutschen Sprache gefördert.

In Zusammenarbeit mit der germanistischen Fakultät der Technischen Universität Dresden kürt jährlich eine Jury, der die Stiftungsmitglieder Tom Pauls und Dr. Peter Ufer angehören, das schönste und das bedrohte Wort des Jahres. In die Jury werden Sprachexperten wie der TU-Germanistik-Professor Karlheinz Jakob und Sprachlobbyisten wie Uwe Steimle, Olaf Böhme, Bernd-Lutz Lange und Gunter Böhnke, die Sächsisch seit Jahren auf deutschen Bühnen unter die Massen bringen, eingeladen, um bei der Auswahl der Wörter mitzuhelfen. Denn immerhin steht jährlich eine Liste von 3.000 Wörter zur Wahl. Die Sachsen selbst wählen per Internet ihr Lieblingswort.

Eingereicht werden die sächsischen Wörtern von den Sachsen, die immer im Frühjahr dazu aufgerufen werden, ihre Favoriten an die Stiftung einzusenden. Dabei helfen wichtige Medienpartner wie die Sächsische Zeitung, die Freie Presse und MDR 1 Radio Sachsen. Die Sachsen sind profunde Wortspender. Listenweise schickten sie ihre Wortmeldungen, um das sächsische Wort des Jahres zu küren. Die Wortauswahl ist riesig, ganze Wortgeschichten kommen wortreich an.

Gekürt wird das Wort des Jahres immer am Tag der Deutschen Einheit, am 3. Oktober, bei der großen Sachsen-Wort-Gala im Dresden Schauspielhaus. Während der Veranstaltung der Ilse-Bähnert-Stiftung halten Experten auf die jeweiligen Siegerwörter eine Laudatio, Tom Pauls zeigt Ausschnitte seines aktuellen Programmes „Rettet uns den Gogelmosch“, das aus der Sachsenwort-Aktion entstand. Außerdem gibt es das von Dr. Peter Ufer geschriebene und zusammengestellte Buch „Der große Gogelmosch – das Wörterbuch der Sachsen“. Hier sind all jene sächsischen Vokabeln verzeichnet, eingeordnet und übersetzt, die die Sachsen an die Stiftung schicken.

Inzwischen existiert bei der Stiftung eine Wortsammlung von über 12.000 sächsischen Wörtern.


 


Die bisherigen Sächsischen Wörter des Jahres

Jahr Beliebtestes Wort Schönstes Wort Bedrohtestes Wort
2016 diggschn
schmollen; eingeschnappt sein
Bibbus
kleines, stiftähnliches Ding
Mäffdl
kleines, klappriges Auto
2015 Blaadsch
ungeschickter Menschen
Dämse
unerträgliche Hitze
Eiforbibbsch
ursächsischer Ausruf des Erstaunens
2014 Gelumbe
Unaufgeräumtes
Däschdlmäschdl
versteckte Liebelei
forblembern
verschwenden, vergeuden
2013 Hitsche
Fußbank
forhohnebibln
verspotten
schnorbslich
köstlich
2012 didschen
Lebensmittel in Flüssigkeit eintunken
plumbn
Wasser pumpen, heftiger Starkregen, schnell und viel trinken
Renfdl
Brotkanten
2011 katschn
laut kauen oder schmatzen
bomforzionös
großartig, aber etwas pompös
Haderlump
Taugenichts bzw. Landstreicher in abgerissener Kleidung
2010 Hornzsche
Rumpelkammer oder altes, verwahrlostes Haus
bäbbeln
Fußballspielen bzw. Kicken als Freizeitvertreib
dschidschoriengrien
kräftige, »giftige« Grüntöne
2009 färdsch
fertig
fischelant
clever, rührig, auf Zack
Asch
Aufwaschschüssel oder große Waschschüssel
2008 nu
als Lückenfüller oder Synonym für »ja«
muddln
vor sich hin arbeiten, sein Ding machen, etwas ziel- und lustlos bei der Sache sein
lawede
instabil, ausgeleiert, marode

Rückblick – Die sächsischen Worte des Jahres

»Sächsisches Wort des Jahres 2013« – Die Gewinner

4. Oktober 2013

Jetzt ist es amtlich: Das beliebteste, schönste und das am bedrohtesten sächsische Wort 2013 heißen: »Hitsche«, »forhohnebibln« und »schnorbslich«.

»Sächsisches Wort des Jahres 2012« – Die Gewinner

4. Oktober 2012

Jetzt ist es amtlich: Das beliebteste, das am bedrohtesten und das schönste sächsische Wort 2012 heißen »Didschn«, »Renfdl« und »Plumbn«.

»Sächsisches Wort des Jahres 2011« – Die Gewinner

28. September 2011

Nun stehen die Gewinner fest: Aus mehr als 3.000 Wörtern hat die Jury des Wettbewerbs »Das sächsische Wort des Jahres 2011« die Gewinner ausgewählt und am Montag, den 3. Oktober 2011 während einer Festveranstaltung im Dresdner Schauspielhaus vorgestellt.